Sich selbst das richtige Pflegeheim suchen
Nach einem folgenschweren Unfall oder einer Krankheit kommt die Pflegebedürftigkeit meist ganz unverhofft und stellt die Betroffenen vor vollendete Tatsachen. In diesem Fall muss schnell ein Heimplatz her. Doch wie findet man eigentlich die richtige Pflegeeinrichtung und nach welchen Kriterien sucht man selbige am besten aus?
Was wichtig ist
Die meisten Menschen, die gezwungenermaßen ein Zimmer in einer Pflegeeinrichtung beziehen, stellen die Nähe zu Verwandten, Freunden und ihrem gewohnten Umfeld noch über die Zimmereinrichtung oder die Qualität des Pflegepersonals. Dass sich nicht das komplette Leben ändert und gewohnte Gesichter und Orte bestehen bleiben, ist für manche Menschen enorm wichtig. In anderen Fällen – zum Beispiel bei einer Demenzerkrankung – sind andere Faktoren jedoch wichtiger! Die Spezialausstattung eines Pflegeheims und gut ausgebildetes Pflegepersonal sind in so einem Fall wesentlich bedeutsamer. Über Angebote wie Betreuungsassistenten, eine spezielle Erinnerungsarbeit, Therapien oder abgeteilte, sogenannte geschützte Bereiche sollte man sich vorab erkundigen. Denn gerade Pflegebedürftige, die ganz bewusst wahrnehmen, dass es mit ihrem Erinnerungsvermögen zu Ende geht, benötigen eine überdurchschnittliche Pflege und Betreuung, um nicht in tiefe Depressionen zu versinken. Wenn die Standorte der Pflegeheime Berlin, Hamburg, München oder sonstige Großstädte sind, sollte man unbedingt darauf achten, dass es in der Nähe Rückzugsmöglichkeiten wie Parks oder ein kleines Wäldchen gibt. Auch muss bei Pflegeheimen in urbaner Lage dringend auf Lautstärkebelastung geachtet werden.
Qualitätsprüfungen
Jedes Pflegeheim muss spezielle Prüfberichte als Qualitätsmerkmale veröffentlichen. Diese Prüfberichte sind allerdings eher umstritten, weil es sich bei den Bewertungen nur um Durchschnittsnoten handelt, die so manchen Einzelmangel kaschieren und keine wirkliche Auskunft über die Qualität eines Pflegeheimes geben. Wenn man die Qualitätsprüfungen in seine Entscheidungsfindung einbauen möchte, sollte man sich deshalb vermehrt die Einzelnoten der Unterkategorien anschauen und sich fragen, wie man diese Punkte selbst gewichten würde. Außerdem sollte es sich von selbst verstehen, dass eine solche Bewertung nicht den Besuch eines Heimes ersetzen kann. Die sinnliche Erfahrung eines Heimbesuches kann einem niemand ersparen. Man sollte das Pflegepersonal kennenlernen, sich die Zimmer anschauen und darauf achten, ob die Bewohner einen eher glücklichen oder verdrießlichen Eindruck machen. Auch Gerüche können Aufschluss über die Qualität eines Heimes geben. Riecht es zum Beispiel stark nach Urin, kann das ein Hinweis auf mangelnde Pflege oder einen unterbesetzten Pflegestab sein. Gute Pfleger und zuverlässige Ehrenamtliche sind heutzutage Mangelware. Verfügt ein Pflegeheim über einen überdurchschnittlichen Personalstab, ist das schon viel wert.
Und man sollte immer daran denken, dass ein Heim zunächst noch kein zu Hause ist. Das Gefühl, in einem Pflegeheim richtig zu Hause zu sein, kommt erst einige Zeit später – wenn man Glück hat.